Ökonomie

Biopharmazeutika gehören fast ausnahmslos zu den sehr hochpreisigen Arzneimitteln. Ihr Einsatz erhöht die Therapiekosten für den einzelnen Patienten überproportional.

Bei der Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Anämie, bei chronischem Nierenversagen und multipler Sklerose gehören Biopharmazeutika zur lebensrettenden Standardmedikation.

In der Onkologie (Krebsbehandlung) wird es durch die Zulassung weiterer Biosimilars nicht nur zu erheblichen Einsparungen kommen, man kann auch davon ausgehen, dass bestimmte Wirkstoffe, die bisher als second- oder third-Line Therapie eingesetzt wurden, den Sprung zur first-line-Therapie schaffen werden.

Es wird erwartet, dass die globalen Ausgaben für Gesundheit jährlich zwischen vier bis sieben Prozent steigen werden. Dementsprechend ist es eine klare Notwendigkeit auf Biosimilars zurückzugreifen, da sie das Gesundheitssystem massiv entlasten. [1]

Biosimilars sind preisgünstiger als ihre patentfreien biopharmazeutischen Referenzprodukte. Infolge des hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwandes, der sich zurzeit in der Größenordnung von 80 bis 120 Millionen Euro bewegt, und der teuren biotechnologischen Produktionsanlagen werden Biosimilar-Preise die Preise der Biopharmazeutika aber weniger deutlich unterschreiten als dies bei Generika und ihren Referenzprodukten der Fall ist. [2]

Dennoch ist eine ausschließliche Fokussierung auf den Preis kritisch. Wird nämlich der Markt für Anbieter unattraktiv und der Anreiz zur Entwicklung bzw. Lancierung weiterer Biosimilars genommen, schränkt dies die langfristige Möglichkeit für Einsparungen ein.

Bis 2020 werden circa 28 Prozent des Gesamtmarktes an Pharmazeutika Biopharmazeutika sein. [1] Dies wird eine neue Herausforderung für die Kostenträger werden, die auf der einen Seite den Zugang zur Spitzenmedizin erhalten wollen, auf der anderen Seite aber mit wachsendem Druck auf das Budget konfrontiert sind.

An die 50 verschiedene Biosimilars sind momentan in Entwicklung, was in den nächsten fünf Jahren zu einem wettbewerbsintensiven Markt führen wird. Aus diesem Grund müssen Richtlinien verabschiedet werden, die den Biotech-Anbietern nachhaltigen Wettbewerb ermöglichen. Außerdem muss ein geeignetes Umfeld für Innovationen geschaffen und Ärzte hinsichtlich der Verwendung von Biosimilars entsprechend informiert werden.

Schätzungen besagen, dass alleine in den fünf größten EU-Ländern (Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, UK) bis zum Jahre 2020 durch den Einsatz von Biosimilars Einsparungen in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro lukriert werden könnten.[1]